Letter from my future husband von Mira Nightley
Romance: ❤❤❤
Spice:🌶
„Sie weiß es noch nicht, aber sie ist mein Lieblingsgedanke, bevor ich einschlafe, und mein Lieblingsgefühl, wenn ich aufwache.“ – Samuel
Als ich das alte Tagebuch öffne, erkenne ich, dass die geheimen Botschaften darin von einem Mann aus der Zukunft stammen – ein Mann, der mein Schicksal für immer verändern wird. Seit Tagen blättere ich in den vergilbten Seiten und sauge alles, was darin steht, in mich auf. Es klingt verrückt, doch es kann gar nicht anders sein. Samuel ist mein Traummann. Nun hab’ ich noch eine letzte Seite zu lesen. Die letzten Zeilen, in denen er von seinem Leben erzählt.
Hallo Frau meiner Träume,
warte nicht auf mich, ich finde dich sowieso. Wir werden vereint sein, in Licht und in Schatten. Es dauert nicht mehr lange, bis ich dich in meine Arme schließen kann, bis ich dein verführerisches Parfum an deinem Hals riechen und meine Hände in deinen stürmischen Locken vergraben kann. Eine kristallklare Winternacht wird dem Schicksal die Chance bieten, dass wir beide zueinanderfinden. Trotz der Eiseskälte auf der Terrasse dieses Hotels wird deine Haut heiß kribbeln und ein warmes, wohliges Gefühl wird deine Brust erobern. Ich weiß das, denn genau so ging es mir, als ich dich zum ersten Mal sehen durfte. Eingewickelt in deinen dicken, fliederfarbenen Schal, hast du gerade die Kerzen deiner Geburtstagstorte ausgeblasen und als du wieder aufgesehen hast, ist dein Blick direkt auf mich gefallen. Ich, der ich im Kreis von vielen stand und applaudierte, eingenommen von deiner Aura. Als eine Schneeflocke auf deiner Nasenspitze landete und schmolz, da wusste ich: Endlich ist sie da. Endlich habe ich sie gefunden. Du hast mir zugelächelt und mein Herz machte einen doppelten Salto, nur um nie wieder im gewohnten Takt zu schlagen.
Abermals lese ich Samuels Zeilen und kann meinen Augen nicht trauen. Dieser Brief ist an mich gerichtet? Ein Blick ins Vorzimmer, wo mein lila Schal heute Nachmittag nicht sehr elegant neben meinen Stiefletten landete, bestätigt meine Annahme. Das ist unmöglich! Auf den letzten hundert Seiten des Buches befinden sich eindeutig Tagebucheinträge von Samuel. Samuel, der das Schwimmen liebt und Krautstrudel mit Speck. Samuel, der Feuerwehrmann, der es hasst, wenn seine Haare vom Helm plattgedrückt werden. Samuel, der gerade ein Baumhaus für seine beiden kleinen Neffen im Garten seiner Schwester baut, weil ihr Mann sie sitzen gelassen hat. Der seinen Kaffee ausschließlich mit Zimt trinkt und Käse nicht ausstehen kann. Der es liebt, unter freiem Sternenhimmel zu übernachten und Eierspeis über dem selbstentzündeten Lagerfeuer brät.
Ich beschließe, das Tagebuch fortzuführen und krame einen blauen Kugelschreiber aus der Lade neben meinem Bett.
Liebes Tagebuch…
Nenn mich Samuel – von mir aus auch Traummann oder so wie letzte Nacht „Oh Gott“ – aber Samuel reicht vollkommen.
Passiert das gerade wirklich? Wie von Zauberhand erscheint in Samuels Handschrift eine Antwort. Mein Herz macht einen Satz und auch das Atmen fällt mir auf einmal schwer. Ich zwinkere ein paar Mal, doch der Satz verschwindet nicht. Ich schließe meine Hand fester um meinen Kugelschreiber und setze die Spitze aufs Papier:
Also ist „Oh Gott“ dein Favorit oder gibt es noch andere Spitznamen, die ich kennen sollte?
Es dauert keine zehn Sekunden, bis die unsichtbare Füllfeder über das Papier kratzt:
Schöne Frau, du kannst mich nennen, wie du willst, solange es nur von diesem sinnlichen Stöhnen begleitet ist, das deiner Kehle entkommt, während ich zwischen deinen Schenkeln kniee.
Klingt, als wüsstest du, was du da tust. Erzähl mir gerne mehr davon.
Es dauert ein paar Sekunden, bis die nächsten Wörter auf dem alten Papier erscheinen. Samuel denkt nach. Doch das Warten lohnt sich. Wie kann das sein, dass ich mich über ein Tagebuch mit meinem künftigen Ehemann unterhalte? Und die noch viel bessere Frage ist ja wohl: Was habe ich für ein Glück, diesen Kerl, den baumhausbauenden Feuerwehrmann, abzubekommen?
Am liebsten magst du es, auf dem Bauch von hinten. Wenn ich Ring- und Mittelfinger in dir versenke und meinen Daumen auf deine Rosette presse.
Ich merke, wie mir die Röte in die Wangen schießt. Dass ein fremder Mann in einem Tagebuch diese intimen Vorlieben von mir kennt, macht mich mehr als verlegen. Gleichzeitig erinnert sich mein Körper bei diesen Wörtern ganz genau daran, wie sich das anfühlt, und öffnet die Schleusen.
Es ist außerdem die perfekte Stellung, um dir versaute Sätze ins Ohr zu flüstern – du weißt, wovon ich rede, mein braves Mädchen.
Wo ist deine andere Hand währenddessen?
Frage ich mit zittriger Schrift unter seinen letzten Worten, die direkt ins Schwarze treffen und mich dazu bringen, auf meinem Stuhl ungeduldig hin und her zu rutschen.
Kommt ganz darauf an. Entweder auf deinem Rücken, um deine beiden samtweichen Hände zu fixieren. Oder gerade dabei auszuholen.
Und wir werden heiraten?
Schöne Frau, es gibt keine Welt, in der wir beide nicht verheiratet sein werden. Du bist die Luft, die ich zum Atmen brauche. Ich labe mich an deinem Saft. Dein Lächeln ist mein Treibstoff und unsere Erinnerungen sind meine Existenz. Für dich ist es noch fern, doch ich lebe schon unseren Traum. Ich wache jeden Morgen neben der wunderbarsten Frau auf Erden auf und frage mich, warum ich so viel Glück verdient habe.
Klingt, als wäre dieser Mann ein Volltreffer und wir sehr glücklich. Irgendwie kann ich das alles nicht glauben, aber gleichzeitig möchte ich mehr hören, also zücke ich den Kugelschreiber und überwinde mich…
Und was macht dich an, Samuel?
Allein bei dem Gedanken an dich wird es ganz schön eng in meiner Hose. Ich liebe es, dich zum Orgasmus zu bringen. Dich mitten am Tag ins Schlafzimmer zu zitieren, dir dabei zuzusehen, wie du dich quälend langsam für mich ausziehst und dir einen Zopf flichst. Unsere Ungehaltenheit, unser Verlangen. Und dann das feuchtwarme Gefühl, wenn ich in dich eindringe, begleitet von deinem süchtig machenden Stöhnen. Wenn du dich fallen lässt und ganz im Moment bist. Deine Stimme, die von meinen Stößen unterbrochen wird, während du versuchst, mir zu sagen, wie geil du auf mich bist. Der Anblick deines Arsches. Wie du dich anfühlst, wenn du dich aufbäumst, anspannst und dann tosend unter mir zusammenbrichst, bis dein Unterleib vor Erschöpfung zittert. Das ist es, was mich am meisten anmacht.
Mein feuchter Slip und ich können es kaum erwarten, dich kennenzulernen.
Es wird das Beste sein, das dir in deinem Leben passieren wird!
Mira Nightley
Mira Nightley ist ein Pseudonym und ein selbsterklärtes hoffnungsloses Romance-Girly, das lieber anonym schreibt, aber dafür umso ehrlicher über Liebe, Sehnsucht und Leidenschaft. 2025 erschien ihr Debüt "The Essence of Romance" im Buchwandlerin Verlag, 18 Kurzgeschichten von zart bis sündig, die auf mehreren Buchmessen bereits Leserinnen gefunden haben. Entstanden ist das Buch ursprünglich als offline kreative Auszeit, um Fantasien einfach mal aufzuschreiben, doch es wurden immer mehr Geschichten, sodass bald eine bunte Sammlung entstand.
Instagram: @miranightley_autorin